Der letzte Mohikaner. James Fenimore Cooper

Der letzte Mohikaner - James Fenimore Cooper


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       J. F. Cooper

      

       Der letzte Mohikaner

      Inhaltsverzeichnis

       1. Kapitel

       2. Kapitel

       3. Kapitel

       4. Kapitel

       5. Kapitel

       6. Kapitel

       7. Kapitel

       8. Kapitel

       9. Kapitel

       10. Kapitel

       11. Kapitel

       12. Kapitel

       13. Kapitel

       14. Kapitel

       15. Kapitel

       16. Kapitel

       17. Kapitel

       18. Kapitel

       19. Kapitel

       20. Kapitel

       21. Kapitel

       22. Kapitel

       23. Kapitel

       24. Kapitel

       25. Kapitel

       26. Kapitel

       27. Kapitel

       28. Kapitel

       29. Kapitel

       Impressum

      1. Kapitel

      Es war eine Eigenart der Kriege, die in den Kolonien Nordamerikas geführt wurden, daß zuvor große Mühen und Gefahren der Wildnis zu überwinden waren, ehe sich die feindlichen Heere begegnen konnten. Ein breiter Streifen undurchdringlicher Wälder trennte damals die Besitzungen der feindlichen Provinzen Frankreichs und Englands. Der kühne Pflanzer und der geübte Europäer kämpften oft monatelang mit reißenden Strömen und mußten rauhe Gebirgspässe gangbar machen, ehe sie dann ihren Mut im kriegerischen Kampf zu zeigen vermochten. Zusammen mit den eingeborenen Kriegern lernten sie diese Schwierigkeiten überwinden.

      Am grausamsten tobten die barbarischen Kriege zu jener Zeit in dem Land, das zwischen den Quellen des Hudsons und den anstoßenden Seen liegt.

      Schon drei Jahre führten England und Frankreich einen erbitterten Kampf um jenen Landstrich, der keinem von ihnen später gehören sollte. Die Unfähigkeit der Heerführer und die mangelnde Energie der Staatsmänner hatte Großbritannien von seiner stolzen Höhe herabgestürzt. Erst vor kurzem war ein erlesenes Heer aus dem Mutterlande unter den Befehlen eines Führers, der wegen seiner großen kriegerischen Verdienste besonders geachtet war, von einer Handvoll Franzosen und Indianern schimpflich zersprengt worden. Die bestürzten Kolonisten glaubten nun das Geheul der Wilden in jedem Windstoß zu hören, der aus den endlosen Wäldern des Westens pfiff. Der grausame Charakter der erbarmungslosen Kampfweise vermehrte noch die natürlichen Schrecken des Krieges. Zahllose Gemetzel, bei denen die Eingeborenen in ihrer Grausamkeit die Hauptrolle spielten, lebten noch in ihrer Erinnerung. Selbst die Zuversichtlichsten und Standhaftesten meinten, daß der Ausgang des Kampfes zweifelhaft wäre und daß bald alle Besitzungen der englischen Krone in Amerika an ihre Feinde verlorengingen.

      Als daher in dem Fort, das das Südende zwischen dem Hudson und den Seen sichern sollte, die Nachricht eintraf, der französische Heerführer Montcalm käme mit einem Heere, »zahllos wie das Laub auf den Bäumen«, den Champlain-Strom herauf, machten sich bald Furcht und Verzagtheit breit.

      Die Nachricht war an einem Sommerabend durch einen indianischen Läufer eingetroffen. Munro, der Befehlshaber eines Festungswerkes am Ufer des »Heiligen Sees«, ließ um schnelle und nachhaltige Verstärkung bitten. Die Entfernung zwischen diesen beiden Festungen betrug etwa fünf Stunden. Der rauhe Pfad, der die Verbindungslinie bildete, war für Wagen erweitert worden, so daß der Weg, den der Sohn der Wildnis in nur zwei Stunden bewältigte, von einem Korps Soldaten mit dem erforderlichen Gepäck bequem an einem Sommertag zurückgelegt werden konnte. Die Engländer hatten eine dieser Waldfestungen »William Henry« und die andere »Fort Edward« genannt. Im Fort »William Henry« lag Munro mit einem Regiment ausgebildeter Soldaten und einer Anzahl Kolonisten. Eine Besatzung, die in der Tat zu schwach war, einer so furchtbaren Macht wie Montcalm und seinem Heer standzuhalten. In der Festung »Edward« befehligte General Webb ein Korps von mehr als fünftausend Mann. Bei einer Vereinigung aller Truppenteile unter dem Befehl des Generals hätte dieser fast die doppelte Anzahl Kämpfer dem Franzosen entgegenzustellen vermocht.

      Von ihrem früheren Mißgeschick niedergedrückt, schienen Offiziere und Mannschaften mehr geneigt, die Annäherung ihres furchtbaren Feindes innerhalb ihrer Festungswerke zu erwarten, als sich dem vorrückenden Gegner entgegenzusetzen.

      Nachdem sich die erste Bestürzung über diese Nachricht gelegt hatte, lief durch das Lager das Gerücht, daß ein auserlesenes Detachement von eintausendfünfhundert Mann bei Tagesanbruch nach Fort »William« abzugehen habe. Das Gerücht bestätigte sich bald, da aus dem Quartier des Generals an die dazu ausersehenen Korps die Order erging, sich zum schleunigen Abmarsch bereitzuhalten.

      Das Wirbeln der Trommeln unterbrach am frühen Morgen den Schlaf des Heeres, als eben der anbrechende Tag die Umrisse einiger hohen Fichten abzuzeichnen begann. Im Augenblick war das ganze Lager in Bewegung. Selbst der einfachste Soldat sprang von seinem Lager auf, um Zeuge des Abmarsches seiner Kameraden zu sein. Bald hatte sich die kleine ausgewählte Truppe in Marschordnung aufgestellt. Während sich die ausgebildeten Soldaten stolz auf den rechten Flügel stellten, bezogen die weniger anspruchsvollen Kolonisten ihre bescheidenere Stellung auf dem linken. Die Patrouillen


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