Die Schwester, die Dr. Härtling belog: Arztroman. A. F. Morland

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A.F.Morland

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      Die Schwester, die Dr. Härtling belog: Arztroman

       von A. F. Morland

      Der Umfang dieses Buchs entspricht 121 Taschenbuchseiten.

       Schwester Claudia — eine bezaubernde junge Frau, die erst seit kurzem an der Paracelsus-Klinik arbeitet, die aber schon die Herzen aller gewonnen hat. Die Kolleginnen mögen sie, Dr. Sören Härtling schätzt ihr Engagement, die Kranken lieben Claudias ruhiges Wesen und ihre unermüdliche Hilfsbereitschaft.

       Schwester Claudia — eine Frau mit zwei Gesichtern, eine Frau, die oft traurige Augen hat. Viel hat sie schon erlebt, vieles erlitten. Und es gibt einige Dinge in ihrer Vergangenheit, die Claudia gern vergessen würde und die sie allen anderen Menschen gegenüber verschweigt. Aber gelingt es ihr auch bei Dr. Härtling?

      Copyright

      Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

       Alfred Bekker

      © Roman by Author

      © dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

      Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

      Alle Rechte vorbehalten.

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      1

      „Kaffee, Chef?”, fragte Schwester Annegret kurz vor der Nachmittagssprechstunde.

      „Hört sich verlockend an”, erwiderte Dr. Sören Härtling lächelnd. Annchen, wie er die fünfundsechzigjährige Frau häufig liebevoll nannte, war der gute Geist der Paracelsus-Klinik. Seit vierzig Jahren schon. Und sie war zum Glück noch lange nicht zum Ruhestand zu bewegen. „Wenn ich Sie nicht hätte ...“

      „Hätten Sie eine andere”, gab Schwester Annegret nüchtern zurück und stellte den Kaffee auf Sörens Schreibtisch. „Gut gespeist zu Hause?”, erkundigte sie sich.

      Sören wiegte den Kopf. „Ottilie wollte uns mit einem neuen Gericht überraschen ...”

      Schwester Annegret nickte „Und das ging in die Hose”

      Sören nickte „Na ja, das kann vorkommen”, meinte er.

      „Was gab’s denn?”, wollte Schwester Annegret wissen.

      „Irgend etwas Indonesisches”, antwortete Sören. „Und was gab es im Kasino?”

      „Gebackene Scholle mit Kartoffelsalat.”

      Sören seufzte „Ich hätte in der Klinik bleiben sollen!”

      „Möchten Sie noch schöner werden, Chef?”

      Sören sah die Schwester irritiert an. „Wie bitte?”

      „Na ja, man sagt doch, wenn man seinen Kaffee kalt werden lässt, bevor man ihn trinkt, wird man schön. Und da Sie ja schon sehr gut aussehen ...”

      Sören hob tadelnd den Zeigefinger. „Annchen, Annchen.”

      „Wär' ja möglich, dass Sie zum Film wollen”, schmunzelte Schwester Annegret und ging einstweilen in Sörens Sprechzimmer voraus.

      Er folgte ihr, sobald er den Kaffee getrunken hatte, und forderte sie auf, die erste Patientin hereinzubitten.

      Die junge Frau hieß Dorothea Kern und war erst vor kurzem von einem gesunden Knaben entbunden worden. Eigentlich hätte sie vor Glück strahlen müssen, aber sie hatte Tränen in den Augen.

      „Guten Tag, Herr Doktor”, sagte sie mit weinerlicher Stimme.

      Sören erwiderte ihren Gruß und fragte nach dem Grund ihrer Niedergeschlagenheit. „Ist irgend etwas mit dem Baby?”

      Frau Kern schüttelte den Kopf. „Nein, unserem kleinen Johannes geht es gut, und mein Mann ist richtig vernarrt in ihn.”

      „Wo drückt denn dann der Schuh?”, wollte Sören wissen.

      „Ach, Herr Doktor, ich ... ich bin keine richtige Mutter ...”

      „Wie können Sie so etwas Unsinniges behaupten, Frau Kern?”

      „Ich kann Johannes nicht richtig stillen. Jedes mal, wenn ich ihn anlege, kommt viel zu wenig Milch. Das macht mich ganz fertig!” Dorothea Kern kramte in ihrer Handtasche herum und suchte nervös nach einem Taschentuch.

      Sören bat die Patientin, sich frei zu machen. Er untersuchte sie kurz. „Selbst wenn Sie Ihren kleinen Sohn wirklich nicht stillen könnten, würde das noch lange nicht bedeuten, dass Sie keine richtige Mutter sind”, erklärte er, „denn das Wichtigste ist eine harmonische Mutter-Kind-Beziehung mit sehr viel Liebe und Geborgenheit.”

      „Ich liebe Johannes über alle Maßen, Herr Doktor”, beteuerte die Patientin.

      „Sie können sich wieder anziehen. Frau Kern”, sagte Sören. „Ihre Brust ist nicht entzündet, und Sie haben auch keine Flach oder Hohlwarzen, die das Stillen erschweren würden.”

      „Aber es dauert jedes mal eine Ewigkeit, bis Johannes wenigstens ein paar Tropfen herauskriegt. Satt wird er davon nie. Und dann schreit er vor Hunger ... Ich wäre so glücklich, wenn ich unser Baby sattkriegen würde Herr Doktor. Aber mit so wenig Milch.“

      „Sie müssen den Kleinen öfter anlegen”, riet Sören der Patientin. „Durch den Reiz des Saugens wird die Milchproduktion angeregt.”

      „Öfter anlegen.” Dorothea Kern nickte eifrig. „Das werde ich tun. Es ist doch so wichtig, dass Johannes meine Milch bekommt, damit genügend Antikörper in seinen Organismus gelangen, die Krankheiten verhindern und ihn widerstandsfähig machen, nicht wahr?”

      Sören empfahl der Patientin, ihr Kind ruhig und entspannt zu stillen. „Denn wenn Sie nervös sind, überträgt sich das auf das Baby”, führte er weiter aus. „Und das sollten Sie tunlichst vermeiden. Geben Sie dem Kleinen — Sie werden merken, dass er von Tag zu Tag kräftiger saugt und die Milchproduktion damit laufend steigert —, geben Sie Johannes also alle vier Stunden die Brust. Aber nie länger als zehn bis fünfzehn Minuten, damit sich Ihre Brustwarzen nicht entzünden. In einer Viertelstunde hat das Kind ohnedies bereits die größte Milchmenge abgesaugt. Den Rest pumpen Sie ab, denn die Brust sollte nach dem Stillen stets völlig entleert sein. Ist der junge Mann erst mal größer, wird ein Abpumpen nicht mehr nötig sein.”

      Hoffnung glänzte in den Augen der jungen Mutter. „Danke, Herr Doktor. Ich glaube, mit dieser neuen Stilltechnik wird es klappen.” Niedergeschlagen war sie gekommen. Als sie nun das Sprechzimmer verließ, wirkte sie zufrieden und entspannt.

      „Also. Chef, wie Sie mit Menschen umgehen, das


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