Sportsozialarbeit. Heiko Löwenstein
dieser Definition stellen Angebote der Kinder- und Jugendhilfe non-formale Bildungsangebote bereit, die Gelegenheiten und Orte des Lernens bieten und, in Kopplung mit Beratungsoptionen, Bildungsbenachteiligungen aufzugreifen versuchen (siehe u. a. Mack, 2007, S. 83).
Informelle Bildungsprozesse, die praktisches Lernen und Erfahrungslernen beinhalten, gehen weniger von institutionell vorgegebenen Lernzielen und -formen aus und unterscheiden sich hier stark von formalen und non-formalen Lernprozessen. Sie setzen am Interesse des Einzelnen und seiner Selbststeuerung an. Informelles Lernen
»erfolgt meist ungeplant, beiläufig und unbeabsichtigt, als ein (freiwilliges) Lernen im Alltag außerhalb von Bildungsinstitutionen in den lebensweltlichen Zusammenhängen und der sozialen Welt der Akteure« (ebd., S. 10).
Neben der Familie stellen, insbesondere bei Jugendlichen und Heranwachsenden, Gleichaltrigen-Gruppen und Cliquen einen wichtigen Bereich informeller Bildung dar. Informelles Lernen in der Schule wird nicht ausdrücklich ausgeschlossen, da diese auch zur Lebenswelt Jugendlicher gehört (ebd., S. 14).
Insbesondere die Angebote der offenen Jugendarbeit weisen mit ihrem Mix an Kursen, Projekten und offenen Angeboten ein breites Spektrum für Austausch, Erfahrungslernen und Begegnung mit Gleichaltrigen und Erwachsenen auf. Jugendarbeit kann Themen, die auch in der Schule bearbeitet werden, in anderer Form und mit anderen methodischen Zugängen anbieten, v. a. aber gewinnt sie mit Themen, die in der Schule vernachlässigt werden, z. B. im politischen, handwerklichen oder sportlichen Bereich sowie in der Alltagsbewältigung (Lüders & Baehr-Heintze, 2010, S. 448).
»Die Herausforderung für die Jugendarbeit besteht somit darin, Orte und Gelegenheiten zu schaffen, die für Jugendliche subjektiv und biographisch bedeutsam sind. Wenn dies gelingt und wenn Jugendliche diese Orte und Gelegenheiten aufsuchen, kann Jugendarbeit auch Unterstützung bieten bei den Aufgaben und Herausforderung der Lebensbewältigung im Jugendalter« (Mack, 2007, S. 93).
Die DSJ hat ihr Bildungsverständnis, das diesen Bildungsbegriff aufgreift, 2009 im Orientierungsrahmen Bildung verabschiedet. Sie versteht Sportvereine als non-formale Bildungssettings und betont insbesondere die Partizipationsnotwendigkeiten junger Menschen in den Vereinen (DSJ, 2012). Zur Umsetzung des Bildungsverständnisses hat die DSJ einen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) entwickelt. Sie schließt damit an die für die Jahre 2005 bis 2014 ausgerufene UN-Dekade »Bildung für nachhaltige Entwicklung« und den daraus abgeleiteten nationalen Aktionsplan der Bundesregierung an. Das Ziel der UN-Dekade ist es, sich kritisch mit der Ausbeutung von Mensch und Natur auseinanderzusetzen, um jedem ein gutes Leben zu ermöglichen. Der Bildung, die, gemäß des Konzepts des transformativen Lernens (vgl. hierzu Mezirow, 2000), auf eine gesteigerte Reflexionsfähigkeit, die Neuinterpretation bestehender Kontexte und überlegtes Handeln zielt, wird dabei eine zentrale Rolle zugesprochen. Die DSJ wählt, neben der Offenheit für neue Kooperationen aus dem Bereich Umwelt wie z. B. mit dem Naturschutzbund (NABU), ein praxisorientiertes Vorgehen. So werden anhand von Praxisbeispielen Handlungsanleitungen für Vereine ausgesprochen, um Elemente des BNE wie Fair Play oder interkulturelle Öffnung umzusetzen. Die Vereine sollen so in ihrer Rolle als Bildungsinstanz gestärkt werden (DSJ, 2019).
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