Sportsozialarbeit. Heiko Löwenstein

Sportsozialarbeit - Heiko Löwenstein


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Philosophie und Sozialpädagogik

      49  4.4.1 Entstehungskontext: Soziale Probleme und Sozialreform

      50  4.4.2 Grundverständnis: Deweys Pragmatismus

      51  4.4.3 Relevanz: Körper-Geist-Relation und geteilte Erfahrung

      52  4.4.4 Praxisbeispiel: football3

      53  4.5 Sozialraumorientierung

      54  4.5.1 Entstehungskontext: Settlementbewegung, Community Organizing und Raumhandeln

      55  4.5.2 Grundverständnis: Von der Gemeinwesenarbeit zur Sozialraumorientierung

      56  4.5.3 Relevanz: Vom Ort zum Raum durch Aneignung

      57  4.5.4 Praxisbeispiel: Le Parkour

      58  4.6 Agency und Akteursorientierung

      59  4.6.1 Entstehungskontext: Empowerment, Praxistheorie und Netzwerktheorie

      60  4.6.2 Grundverständnis des pragmatistisch-relationalen Agency-Konzepts

      61  4.6.3 Relevanz: Der strukturierte und der strukturierende Körper

      62  4.6.4 Praxisbeispiel: Ein Vereinstag für geflüchtete Kinder und Jugendliche

      63  4.7 Fazit: Sportsozialarbeit im Lichte der Wissenschaft Sozialer Arbeit

      64  5 Überlegungen zur Professionalisierung der Sportsozialarbeit

      65  5.1 Die soziale Diagnose als Scharnier zwischen Theorie und Praxis

      66  5.2 Evidenzbasierung

      67  5.3 Relevanz sportwissenschaftlicher Wirkungsforschung für die Soziale Arbeit am Beispiel der Kinder- und Jugendsportberichte

      68  6 Beiträge der Bezugswissenschaften

      69  6.1 Bewegungs- und Sportpädagogik

      70  6.2 Erlebnispädagogik

      71  6.3 Sport- und Körpersoziologie

      72  7 Internationale Perspektiven

      73  7.1 Nutzung des Sports in klassischen Handlungsfeldern Sozialer Arbeit

      74  7.2 Entwicklung der Sportsozialarbeit im Amateur- und Profisport als neues Handlungsfeld Sozialer Arbeit

      75  7.3 eSport als künftiges Handlungsfeld Sozialer Arbeit

      76  Literaturverzeichnis

      77  Abkürzungsverzeichnis

      78  Abbildungsverzeichnis

      79  Stichwortverzeichnis

      1 Einleitung

      1.1 Zur Entwicklung der sportbezogenen Sozialen Arbeit

      Sport zählt seit ihren Anfängen zu den klassischen Zugängen der Sozialen Arbeit. Bereits im 19. Jahrhundert erfolgte eine Grundlegung im von Jane Addams gegründeten Chicagoer Settlementhaus Hull House. So wurden um 1900 mit der Erweiterung des Gebäudekomplexes Trainingsräume für Sportkurse eingerichtet. Es gab Angebote wie Baseball oder Tanzen, aufgeteilt nach verschiedenen Schwierigkeitsgraden, die Gruppen traten teils zu Wettkämpfen an, den sogenannten Match Games (Linn, 1935, S. 151ff).

      In Deutschland sind seit den 1980er Jahren kontinuierliche systematische Bemühungen zur Nutzung von Bewegung und Sport als Medium in der Sozialen Arbeit erkennbar, die in der Konsequenz zur Etablierung von Strukturen und zahlreichen unterschiedlich ausgestalteten Projekten sowohl in den sozialen Diensten als auch in den Sportorganisationen mit deren angegliederten Sportvereinen geführt haben. Sport- und bewegungsorientierte Angebote sind in allen Handlungsfeldern Sozialer Arbeit zu finden, insbesondere in der Jugendhilfe sind sie stark vertreten. Mit der Fanarbeit hat sich ein eigenes neues Handlungsfeld Sozialer Arbeit entwickelt.

      Vorangetrieben wurde diese Entwicklung insbesondere durch das Engagement einzelner Hochschulvertreter und -vertreterinnen sowohl der Sozialen Arbeit als auch der Sportwissenschaft, durch Kampagnen und Strategien des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und der Deutschen Sportjugend (DSJ), durch verschiedene Förderprogramme auf Bundesebene und durch zahlreiche und vielgestaltige Projekte in der Praxis.

      Schon Mitte der 1960er Jahre unterstützte der Europarat unter dem Motto »Sport für alle« eine Bewegung, die das Ziel verfolgte, durch politische Initiativen alle Menschen zum Sporttreiben zu bewegen (Europarat, 1975). In diesem Kontext entstanden infolge in vielen europäischen Ländern Kampagnen zur Förderung des Breitensports. In Deutschland wurde durch den DOSB, damals noch Deutscher Sportbund (DSB), der stärker vereinsbezogene zweite Weg des Sports bevorzugt, der neben dem leistungsorientierten Sport als erstem Weg den Breitensport fördern wollte (Krüger & Jütting, 2017, S. V). Anfang der 1970er Jahre startete in Deutschland die Trimm-dich-Bewegung, mit der versucht wurde, möglichst viele Menschen für Bewegung auch außerhalb der Sportvereine zu begeistern. Insgesamt haben diese Entwicklungen zu einer Vielfalt sportiver Praxen innerhalb und außerhalb der Vereine beigetragen (ebd., S. Vf).

      Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde für die Sportorganisationen die soziale Aufgabe formuliert, auch Gruppen einzubeziehen, die in den Sportvereinen für Kinder und Jugendliche unterrepräsentiert waren (Michels, 2007, S. 13f). Hierzu zählten u. a. Kinder aus Haushalten mit geringer sozio-ökonomischer Ausstattung, Mädchen sowie Heranwachsende mit Migrationshintergrund. Der Forderung, diese Jugendlichen zu erreichen, wurde mit Verweis auf die doppelte Benachteiligung dieser Gruppen Nachdruck verliehen, da die positiven Zuschreibungen des Sports, z. B. hinsichtlich der Persönlichkeitsentwicklung oder des sozialen Lernens, durch die fehlende Vereinszugehörigkeit nicht ermöglicht würden (Welsche, Seibel & Nickolai, 2013, S. 26f).

      Verschiedene Programme förderten deshalb sportbetonte Projekte im organisierten Sport zur Überwindung sozialen Ausschlusses. So wurde u. a. in 1999 im Rahmen des vom Bundesamt für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) aufgelegten E & C-Aktionsprogramms »Entwicklung und Chancen junger Menschen in sozialen Brennpunkten« von der DSJ in Kooperation mit der Sporthochschule Köln das Projekt »Soziale Offensive« unter Leitung des Sportwissenschaftlers Christoph Breuer durchgeführt. Zugleich


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