Fußball-Lexikon. Bernd Rohr
Off-side [port.] Fuorigioco [ital.]
Abseits Bei einem im Abseits stehenden Spieler sind die Position seiner Füße, seines Rumpfes sowie seines Kopfes maßgebend, nicht aber die seiner Arme. |
Abseitsfalle, legitimes takt., aber auch riskantes Mittel der Abwehr, um den bzw. die gegner. Angreifer abseits zu stellen. Dabei müssen die Abwehrspieler auf einer Linie stehen und auf Kommando des Abwehrchefs (früher meist der Libero) blitzartig (im „richtigen“ Moment) aus der Abwehr heraustreten. Das Augenmerk der Abwehrreihe gilt dabei sowohl dem Ball und dem den Ball führenden Angreifer („zentraler Blick“) als auch der Bewegung im Umfeld („peripherer Blick“). Durch den (riskanten) Aufbau der Abseitsfalle kurz vor der Mittellinie in der eigenen Spielhälfte wird den Mittelfeld- und Angriffsspielern die Möglichkeit gegeben, den Gegner frühzeitig zu attackieren.
Die Abseitsfalle ist Kräfte sparend, da der Raum verengt wird und die Laufwege sich dadurch verringern; das Geschehen spielt sich weitgehend im Bereich um die Mittellinie ab, d. h. auf etwa 20 bis 25% der gesamten Spielfeldfläche. Problematisch ist das Stellen einer Abseitsfalle nicht zuletzt deshalb, weil sie bedingt, dass der Schiedsrichter und v. a. der zuständige Schiedsrichterassistent die entstandene Abseitsstellung sofort erkennen und sie akustisch (Schiedsrichter) bzw. optisch (Schiedsrichterassistent) anzeigen.
Probate Gegenmittel zum Ausschalten der Abseitsfalle sind: a) Alleingang (Solo) des Ballführenden; b) (Lang-)Diagonalpass über die heraustretende Abwehrreihe hinweg zum steil laufenden Mitspieler; und c) Doppelpass. – Als „Meister“ des Stellens der Abseitsfalle galten früher die Belgier und Niederländer (1974 bei der Weltmeisterschaft erstmals konsequent praktiziert). Die Abseitsfalle wird aber heute von Experten zwiespältig beurteilt, da sie destruktiven Charakter aufweist und unansehnlich für die Zuschauer sein kann. Für Teile des Publikums – oft der Abseitsregel unkundig – ist die Abseitsfalle ohnehin ein „Buch mit sieben Siegeln“.
absichtliches Handspiel → Handspiel.
Abstieg, Wechsel von einer höheren in eine niedrigere Spielklasse. I. d. R. steigen diejenigen Mannschaften ab, die nach Abschluss des Spieljahrs die letzten Tabellenpositionen einnehmen (nat. und regional unterschiedlich). Eine Mannschaft, die von diesem Schicksal ereilt wird, heißt Absteiger.
Abstieg Descent [engl.] Rélégation [frz.] Bajada [span.] Descida [port.] Discesa [ital.] |
Abstoß, den Ball wieder ins Spiel bringen, nachdem dieser die Torlinie außerhalb des Tores vollständig überschritten hat und von einem gegner. Spieler zuletzt berührt wurde. Der Abstoß erfolgt gegen den ruhenden Ball durch den Torhüter oder Feldspieler von irgendeinem Punkt innerhalb des Torraums. Der Ball muss über die Strafraumgrenze hinweg ins Spiel gebracht werden, ansonsten ist der Abstoß zu wiederholen. Der den Abstoß ausführende Spieler darf den Ball nicht ein zweites Mal spielen, bevor ihn ein anderer Spieler berührt oder gespielt hat. Aus einem Abstoß kann wie beim → Abschlag unmittelbar ein Tor erzielt werden. Die Abseitsregel für den Spieler, der den Ball zuerst annimmt, ist aufgehoben. S. a. Spielregeln [Regel 16].
Abstoß Goal kick [engl.] Coup d’envoi [frz.] Lanzamiento [span.] Empurrão [port.] Rimessa [ital.] |
Abu Dhabi, Hauptstadt der VAE und des gleichnamigen Emirats; 1) Al-Jazira Club, gegr. am 19. März 1974 durch Fusion von Al Khalidiyah Club und Al Bateen Club; Spielkleidung: Schwarz-weiß/Schwarz/Rot; Stadion: Mohammed Bin Zayed, 42 000 Plätze. – INTERNET: www.jc.ae
Spieler (Auswahl): F. Baiano – E. Becerra – P. Cocu – M. Kader – B. Kalou – B. Ogbeche – R. Sóbis – M. C. Touré – G. Weah. – Trainer (Auswahl): L. Bölöni – A. Braga – R. Israel – J. Pivarnik – F. Vercauteren.
2) Al-Wahda, gegr. 1974; Spielkleidung: Weiß; Stadion: Al-Nahyan, 12 000 Plätze. – INTERNET: www.3nabi.com
Spieler (Auswahl): H. Ali – F. Baiano – A. Bouri Lah – K. Bwalya – Fábio Júnior – F. Massaood – I. Matar – J. Nekounam – Paulo Sérgio. – Trainer (Auswahl): L. Bölöni – J. Bonfrère – R. Fringer – J. Hickersberger – R. Hollmann – R. Israel – H. Köppel – K. Lindenberger – L. Sippel.
Abwehrkette, Formation von drei (→ Dreierkette) oder vier (→ Viererkette) Abwehrspielern als letztes Bollwerk vor dem Torhüter.
Abwehrkette Defensive chain [engl.] La chaîne de défense [frz.] Cadena defensiva [span.] Cadeia de defensivos [port.] Catena difensiva [ital.] |
Abwehrriegel, Taktik: stat. Verteidigungsform, bei der dem Angreifer stets ein Riegel, eine schräg gestaffelte Abwehr, entgegengestellt wird. – Bekannt war in früheren Jahren der Schweizer Riegel von K. → Rappan.
Abwehrspieler, Bez. für diejenigen Spieler, die die Abwehr einer Mannschaft bilden und deren vorrangige Aufgabe es ist, Gegentreffer zu verhindern. Im modernen Fußball schalten sich, wenn es die Situation erfordert, die Abwehrspieler in den eigenen Angriff ein (offensive Abwehrspieler). Der Torhüter zählt regeltechnisch (beim Abseits) ebenfalls als Abwehrspieler. – Früher bezeichnete man die Abwehrspieler als rechten und linken Verteidiger sowie als Mittelverteidiger. Letzterer wurde auch Stopper genannt.
Accra, Hauptstadt von Ghana; 1) Great Olympics, eigtl. „Great Olympics Accra Football Club“, gegr. 1954; Spielkleidung: Weiß/Blau/Blau; Stadion: Accra Sports, 35 000 Plätze.
Spieler (Auswahl): I. Ahmed – R. Kingson – L. Kingston – P. Razak. – Trainer (Auswahl): C. Miller.
2) Hearts of Oak, eigtl. “Accra Hearts of Oak Sporting Club“, gegr. 1910; Spielkleidung: Gelb-Blau/Rot/Rot; Stadion: Accra Sports, 35 000 Plätze. – INTERNET: www.accraheartsofoak.com
Spieler (Auswahl): I. Addo – S. Adjei – A. Annan – J. Attuquayefio – A. Duah – J. Fameyeh – L. Kingston – E. Kuffour – P. Lamptey – S. Suppey – P. Tagoe – C. Taylor – T. Thompson. – Trainer (Auswahl): F. Akenten – E. Middendorp.
Hearts of Oak: Internationale Erfolge (Auswahl) African Champions League 2000 Afrika-Supercup 2001 CAF Confederation Cup 2004 |
Achillessehnenverletzung → Sportmedizin.
Achtelfinale, die viertletzte Runde eines im → K.-o.-System ausgetragenen Turnier- oder Pokalwettbewerbs, an dem noch 16 Mannschaften (acht Spiele) beteiligt sind; die Sieger erreichen das → Viertelfinale.
Achtelfinale Eighth final [engl.] Huitième de finale [frz.] Octavo de final [span.] Oitavo de final [port.] Ottavo di finale [ital.] |
Achterberg, Eddy („De Keu“), niederländ. Trainer, * 21. Februar 1947 Utrecht; war Mittelfeldspieler: 1962–67 DOS Utrecht, 1967–76 FC Twente (Enschede) (246 Pflichtspiele; 26 Tore), 1976–78 FC Groningen. – Später Trainer: 1988–94 FC Twente (Assistent), 1994–98 Roda JC (Kerkrade; Assistent), 1998–2000 FC Schalke 04 (Assistent), 2000–02 FC Twente (Assistent), 2003–05 FC Schalke 04 (Assistent), 2009–11 RB Salzburg (Assistent).
Aćimović, Jovan, serb. Mittelfeldspieler, * 21. Juni 1948 Belgrad; bis 1965 OFK Belgrad, 1965–76 Roter Stern Belgrad, 1976–78 1. FC Saarbrücken, 1978/79 FK Obilić (Belgrad); 41 Bundesligaspiele (1976–78; ein Tor); 56 Länderspiele für Jugoslawien (1968–76; drei Tore); WM-Endrunde 1974; EM-Endrunde 1968, 1976.
Ačimovič, Milenko, slowen. Mittelfeldspieler, * 15. Februar 1977 Ljubljana; bis 1996 Zelecnicar Maribor, 1996/97 Olimpija Ljubljana, 1997–2002 Roter Stern Belgrad, 2002–04 Tottenham Hotspur, 2004–06 Lille OSC, 2006/07 Al-Ittihad (Djidda), 2007–10 Austria Wien; 74 Länderspiele (1998–2010; 13 Tore); WM-Endrunde