Ulrichshof. Paul Keller
nicht gefallen“, heulte das Mädchen. „Das sage ich Hoheit.“
„Tun Sie das! Hoheit haben Sie schon mancherlei gesagt, zum Beispiel das von dem schwarzen Vorhang und dem Gedichte über dem Bette meiner Schwester. Und nun sofort hinaus und weg von allen Türen, oder die höllische Fledermaus fährt Ihnen in die Perücke!“
Das Mädchen verschwand kreischend.
„Du sprichst sehr hart mit den Leuten.“
„Wart’ nur, Brigitte, führe ich erst mal das Regiment hier auf Ulrichshof, dann fliegt die gute Hälfte der jetzigen Leute zum Tempel hinaus. Ich kenne die Schubiacke ohne Tischrücken und Kartenlegen. Toby, warum stehst du auf, du willst doch nicht etwa nach dem Teezimmer?“
„Ich muss ja; sie hat es mir befohlen.“
„Sie hat dir nichts mehr zu befehlen, sie hat dir gekündigt.“
„Sie ist noch meine Herrin.“
„Aber nicht mehr lange. Dann nehme ich dein Leben in Regie, alter Toby. Und heute in drei Jahren bin ich schon majorenn, heute in drei Jahren habe ich mein Erbe, das mit Brigittes Anteil weit über drei Viertel der Hypotheken des total verschuldeten Ulrichshofes ausmacht, heute über drei Jahre habe ich dem bisherigen Besitzer, Herrn Eberhard und seiner Mutter, die Hypotheken gekündigt und — da sie keinen Kredit mehr haben, anderwärts Geld zu bekommen, beide schon rausgeschmissen . . .“
„Julius, du tobst!“
„Ja, ich tobe! Ich will toben! Du sollst wissen, wie wenig du die grausame Hexe da unten zu fürchten hast. Du gehst nicht nach dem Teezimmer.“
„Ich gehe! Noch ist sie meine Herrin, und noch gefällt mir der Ton nicht, in dem du als mein neuer Herr zu mir sprichst.“
Der leidenschaftliche Jüngling umschloss den Alten mit beiden Armen.
„Toby, niemals werde ich dein Herr sein, immer werde ich dein getreuer Schüler bleiben, der in dir seinen wahren geistigen Vater liebt und verehrt. Wie ein vergötterter Patriarch sollst du auf dem Ulrichshofe leben, wenn ich erst die Herrschaft hier habe. Ich bitte dich, gehe nicht nach dem Teezimmer.“
„Ich muss gehen und will gehen.“
„Nun, so gehe! Lasse dich aufs neue demütigen und misshandeln!“
Конец ознакомительного фрагмента.
Текст предоставлен ООО «ЛитРес».
Прочитайте эту книгу целиком, купив полную легальную версию на ЛитРес.
Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.