Das gefälschte Testament und andere Mordfälle aus Mitteldeutschland. Griseldis Wenner

Das gefälschte Testament und andere Mordfälle aus Mitteldeutschland - Griseldis Wenner


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      Verlag Das Neue Berlin –

      eine Marke der Eulenspiegel Verlagsgruppe Buchverlage

      ISBN Buch 978-3-360-01336-1

      ISBN E-Book 978-3-360-50156-1

      1. Auflage 2018

      © Eulenspiegel Verlagsgruppe Buchverlage GmbH, Berlin

      Umschlaggestaltung: Verlag, Peter Tiefmann,

      unter Verwendung eines Fotos (Griseldis Wenner)

      von Martin Jehnichen

       www.eulenspiegel.com

      Über das Buch

      Griseldis Wenner hat Mordfälle aus hundert Jahren gesammelt, die hier als spannende Kriminalgeschichten erzählt werden. Darunter sind Fälle, die Kriminalgeschichte schrieben – wie der Freiberger Giftmord der Grete Beier oder der als Kreuzworträtselmord bekannt gewordene Fall aus Halle –, aber auch makabre Verbrechen wie die einem Leipziger Verleger angekündigten Morde, die den Stoff für einen Bestseller liefern sollten.

      Über die Herausgeberin

      Griseldis Wenner ist Moderatorin, Schauspielerin und Kabarettistin. 1970 in Meerane geboren, studierte sie einige Jahre Sprechwissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle/Saale und arbeitete für Radio und Fernsehen. Sie moderierte das Boulevard-Magazin »Brisant« im ERSTEN sowie die MDR-Talkshow »Unter uns« und wurde mit dem Bambi und der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Sie ist auch als Sprecherin in Hörspielproduktionen tätig, übernimmt Rollen in Fernsehserien und arbeitet als Kamera-Präsenz-Trainerin.

      Inhalt

       Vorbemerkung

       Das gefälschte Testament

       Das Mörderpaar Koppius

       Totgelacht

       Der Tote in der Villa

       Die Affäre Isidor Fisch

       Nichts für schwache Nerven

       Gordischer Knoten

       Chronik eines gemeinschaftlichen Mordes

       Tod eines Lehrers

       Der Frauenmörder vom Salzigen See

       Bruderliebe – Bruderhass

       Der Kreuzworträtselmord

       Der Würger von Plauen

       Der Tote im Teppich

       Hinrichtung im Jagen 110

       Lustige Rosen

      Vorbemerkung

      Entspannt im Urlaub oder in einer kuschligen Sofaecke einen Krimi lesen – was gibt es Schöneres? Spannung und Unterhaltung gehen Hand und Hand, das – ferne – Böse verursacht wohliges Schaudern, der Blick in die Abgründe der menschlichen Seele fesselt. Man staunt über gerissene Ganoven, nimmt Anteil am Schicksal der Opfer, folgt fasziniert den gewitzten und cleveren Ermittlern.

      Viele dieser fiktiven Kriminal-Geschichten basieren auf wahren Begebenheiten oder sind davon inspiriert. Und genau aus diesem Grund möchte ich Ihnen meine persönliche Auswahl an realen Kriminal-Fällen präsentieren.

      Interessiert hat mich stets, was sich einst und jetzt in unserer Gegend an düsteren, grusligen oder kuriosen Ereignissen zugetragen hat. Nicht »meine liebsten Kriminalstorys« präsentiere ich hier also, sondern Kriminalfälle, die sich tatsächlich ereignet haben. Ausgewählt habe ich aus »hundert Jahren Kriminalgeschichte«, so, wie sie sich in meiner mitteldeutschen Heimat ereignet hat.

      Die Texte, verfasst von Kriminalisten, Gerichtsreportern und Fach-Journalisten, führen den Leser nicht nur in einige bekannte mitteldeutsche Regionen, sie zeigen verschiedene soziale Milieus, unterschiedliche Täterprofile, Charaktere und Reaktionsweisen und sind ein Spiegel menschlicher Unvollkommenheiten und Seelenzustände.

      Das vorliegende Buch soll aufklären und unterhalten gleichermaßen. Und wenn es dabei auch ein wenig von den unbekannten Seiten der Geschichte unserer Heimat erzählt, so ist das durchaus beabsichtigt.

      Griseldis Wenner

      Hugo Friedländer

      Das gefälschte Testament

      Liebe macht erfinderisch

      Am 10. August 1908 erschien im »Simplicissimus« eine Satire von Th. Th. Heine zur Hinrichtung der Mörderin Grete Beier: Der Kopf ist gerade gerollt, das gaffende Volk steht jenseits der Gefängnismauern. Einer hebt sein Söhnchen hoch und ruft: »Brafo! Brafissimo! Nochämal, nochämal! Der Gleene hier hat nischt gesähn!«

      Selten hat ein Fall die Gemüter so bewegt, wie die Mordtat der Grete Beier. Sie bot tatsächlich alles, was zu einem bewegenden Drama mit tragischem Ausgang gehört: zwei Männer und eine schöne, leidenschaftliche Frau, die dem einen ihr Herz, dem anderen ihre Hand überlässt. Liebe und Hass, Treue und Verrat, Intrigen und Lügen, Gift und Revolverkugeln sind die Ingredienzien. Die Öffentlichkeit teilte sich in Gegner und Sympathisanten des Urteils, die Geschichte regte die Phantasien von Trivialautoren an und fand Eingang in zahlreiche kriminalhistorische Darstellungen.

      In der Nähe der sächsischen Kreisstadt Freiberg liegt die kleine Bergstadt Brand. Der Bürgermeister dieses Städtchens erfreute sich allgemeiner Beliebtheit. Seine Tochter Grete Beier war eine auffallende Schönheit. »Bürgermeisters« zählten naturgemäß zu den Honoratioren der Stadt. Dass bei allen Festlichkeiten der Bürgermeisterstochter von den Söhnen der besseren Bürgerschaft der Hof gemacht wurde, war selbstverständlich. Eine ganz besondere Zuneigung schien sie zu dem Handlungsgehilfen Hans Merker gehabt zu haben. Dann lernte sie in Chemnitz einen hübschen, äußerst stattlichen Mann von vierunddreißig Jahren, den Oberingenieur Kurt Preßler, kennen. Preßler war verheiratet, lebte aber von seiner Frau getrennt. Er betrieb die Scheidungsklage. Er näherte sich der schönen Bürgermeisterstochter und erklärte: Er sei bereit, sich mit ihr zu verloben. Sobald er von seiner Frau geschieden sein werde – das dürfte in wenigen Monaten bestimmt der Fall sein –, werde er sie heiraten. Grete Beier erklärte sich damit einverstanden,


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