"George Grosz freigesprochen". Moritz Goldstein


Скачать книгу
Das Geheimnis des Steuerausschusses

       Goebbels – Theater vor Gericht

      Ein fünfzehntel Richter.

       Der Schutz des Angeklagten

       Wer ist schuld an Wessels Tod?

       Der richtige und der falsche Arzt

       Die Großstadt der kleinen Leute

       Rumänisches Gold

      Der Gerichtsberichterstatter.

       Inquit in der Lessing-Hochschule

      Die berufenen Vertreter.

       George Grosz wieder vor Gericht

       George Grosz freigesprochen

       Deutsche Stammeskunde

       Der witzige Richter

       Der Streit um den Eid

       Uniformgeist

      S.A.-Dienst geht vor Verlagsdienst.

       Die Stennes-Revolte beim Arbeitsgericht

      Adolf Legalité.

       Hitlers Bekenntnis

      Gerechtigkeit im Ausland.

       Vier Bücher angewandter Justiz

      35 Sorgenkinder der Gesellschaft.

       Die Atmosphäre von Scheuen

       Justizflaschenbier

      Stolz und aufrecht.

       Widersprüche im Helldorf-Prozeß

      Zauberlehrling am Kurfürstendamm.

       Die Urteilsbegründung im Helldorf-Prozeß

       Gesundheit und Charakter

      Kannegießer macht Politik.

       Beleidigungsklage des Reichspressechefs

       Die Stempelbrüder von Felseneck

      „Nicht geeignet“.

       Die Niederlage der Funkstunde

       Razzia auf Bettel-Leute

       Das „Material“ des „Angriff“.

       Hetze gegen den Polizeivizepräsidenten

       Menschliches Verfahren

       Wenn zwei dasselbe tun ...

       Wels’ Kampf gegen seine Beleidiger

       „... wenn sie mit mir reden“

       Altes deutsches Recht

       Till Schicketanz

       „... da sagt Marlene Dietrich nein.“ Der Gerichtsberichtserstatter Moritz Goldstein (1880–1977)

       Auswahlbibliographie

       Ausgewählte Literatur zu Leben und Werk

       Editorische Notiz

       Dank

      Manfred Voigts VORWORT

      In ruhigen Zeiten kommt ein durchschnittlicher Bürger eigentlich nicht vor Gericht. In unruhigen Zeiten ist das anders, die sozialen ebenso wie die poli tischen Bewegungen und Brüche bringen es mit sich, daß im Gerichtssaal ein fast vollständiger Querschnitt der Gesellschaft vor den Richter tritt. So war es in den späten 1920er und frühen 1930er Jahren: Der Existenzkampf breiter Schichten war durchzogen von kleinen und großen Straftaten, die Möglichkeiten eines steilen Aufstieges ermunterten zu Betrügereien, die politischen Auseinandersetzungen, oft handgreiflich ausgetragen, trafen oft genug Unbeteiligte. Die Berichte über Gerichtsverhandlungen konnten in diesen Jahren den Zustand der Gesellschaft in seiner extremen Zerrissenheit und Unruhe besser darstellen als eine soziologische Untersuchung – wenn sie so scharf beobachtend und zugleich mitfühlend waren wie die Gerichtsreportagen von Moritz Goldstein.

      Moritz Goldstein war Jude, er war assimiliert, groß geworden im Kaiserreich Wilhelms II. Das war die Zeit, in der die Uniform, der Talar oder die Richterrobe noch Bedeutung hatten und soziale Distanz und obrigkeitliche Macht symbolisierten. Der Gehrock als Zeichen besonderer Würde und Verantwortung wurde noch von Konrad Adenauer getragen. Goldstein kritisierte 1931 in einem Artikel den „Uniformgeist“. Der demokratischen Weimarer Republik stand Goldstein zunächst kritisch bis abwartend gegen über, sein Begriff der hohen Kultur konnte sich mit den neu aufkommenden kulturellen Tendenzen nur langsam arrangieren. Moritz Goldstein war Jude, 1912 erschien sein aufsehenerregender Aufsatz „Deutsch-jüdischer Parnaß“, in dem er die Juden aufforderte, ihre eigene Kultur zu schaffen. „Warum gibt es so viele jüdische Journalisten?“ – fragte er dort.


Скачать книгу