40 Tage mit Dietrich Bonhoeffer. Sandro Göpfert

40 Tage mit Dietrich Bonhoeffer - Sandro Göpfert


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kommt, will er als das „Wort Gottes“ wieder zu Menschen kommen und „Fleisch“ werden. Dabei ist der Heilige Geist sozusagen der Vermittler. Bonhoeffer legt nun größten Wert darauf, dass Jesus Christus als Gottes Wort zur Gemeinde kommen will. Gottes Wort will Gemeinde bauen. Da gibt es eine unwiderstehliche Bewegung zur Gemeinde hin. Richtig verstanden wirkt Gottes Wort dann aus sich selbst heraus. Ein Prediger muss es nicht erst mit allen Regeln der Kunst zum Leben erwecken – es wirkt von selbst mit großer Kraft. In einer Homiletik-Vorlesung in Finkenwalde lehrte Bonhoeffer: „Aber das Wort Gottes allein hat seine eigene Absicht, dem wir zu dienen haben, das sein eigenes Leben hat.“ (DBW 14,496) Gottes Wort ist also ein zutiefst schöpferisches Wort. Ein Prediger soll sich als Diener des Wortes verstehen. Und Menschen sollen sich in den Wirkungsbereich dieses Wortes begeben, damit sie es hören können und Glaube gewirkt werden kann.

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      »Traue ich es Jesus zu, dass er als Gottes Wort in meinem Leben wirken kann?

      »Wie gehe ich mit der Bibel um?

      »Mit welchen Erwartungen höre ich eine Predigt?

      »Für Prediger: Diene ich dem Wort Gottes oder lege ich es mir zurecht?

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      »Ich danke dafür, dass Jesus als Gottes Wort in Bibel und Predigt zu uns kommt.

      »Ich danke dafür, dass Gottes Wort wirkmächtig und schöpferisch ist.

      »Ich bete für alle Verkündiger und Prediger, dass sie Diener des Wortes sind.

      »Ich bete dafür, dass Gottes Wort mich dort trifft, wo ich es nötig habe.

      Tag 7

       Bibel

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      „Die Heilige Schrift ist mehr als Losung. Sie ist auch mehr als ‚Brot für den Tag‘. Sie ist Gottes Offenbarungswort für alle Menschen, für alle Zeiten. Die Heilige Schrift besteht nicht aus einzelnen Sprüchen, sondern sie ist ein Ganzes, das als solches zur Geltung kommen will. […] Weil die Schrift ein Corpus, ein lebendiges Ganzes ist, darum wird für die Schriftlesung der Hausgemeinde vor allem die sog. lectio continua, d. h. fortlaufende Lesung, in Betracht kommen. Geschichtliche Bücher, Propheten, Evangelien, Briefe und Offenbarung werden im Zusammenhang als Gottes Wort gelesen und gehört. […] Die fortlaufende Lesung biblischer Bücher zwingt jeden, der hören will, sich dorthin zu begeben, sich dort finden zu lassen, wo Gott zum Heil der Menschen ein für alle Mal gehandelt hat. […] Wir müssen die Heilige Schrift erst wieder kennenlernen wie die Reformatoren, wie unsere Väter sie kannten. Wir dürfen die Zeit und die Arbeit dafür nicht scheuen. Wir müssen die Schrift kennenlernen zuallererst um unseres Heiles willen. Aber es gibt daneben genug gewichtige Gründe, um uns diese Forderung ganz dringlich zu machen. Wie sollen wir z. B. in unserm persönlichen und kirchlichen Handeln jemals Gewissheit und Zuversicht erlangen, wenn wir nicht auf festem Schriftgrund stehen? Nicht unser Herz entscheidet über unsern Weg, sondern Gottes Wort. […] Wer aber nicht lernen will, selbstständig mit der Schrift umzugehen, der ist kein evangelischer Christ.“

       (Gemeinsames Leben S. 63-68 – DBW 5,43-47)

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      „Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Täglich sinne ich ihm nach. Du machst mich mit deinem Gebot weiser, als meine Feinde sind; denn es ist ewiglich mein Schatz. Ich weiche nicht von deinen Ordnungen; denn du lehrest mich. Dein Wort ist meinem Munde süßer als Honig. Dein Wort macht mich klug; darum hasse ich alle falschen Wege. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“ (Ps 119,97-98.102-105)

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      Bonhoeffer war davon überzeugt, dass die „Herrnhuter Losungen“ ein großer Schatz sind und ein wirklicher Segen darauf liegt, wenn man „Gottes Wort für jeden Tag“ auf sich wirken lässt. Dennoch war er sich ebenso bewusst, dass es wichtig ist, die Bibel in ihrem Zusammenhang zu lesen und kennenzulernen. Daher pflegte und empfahl er die fortlaufende Bibellese von ganzen biblischen Büchern oder Kapiteln – die sog. lectio continua, die bereits seit der Zeit der Alten Kirche bekannt war. Als Gottes Offenbarungswort und Heilsmittel hat die Bibel für Bonhoeffer überragende Bedeutung. Christsein ohne Bibel ist für ihn schlicht und einfach nicht vorstellbar. So war es ihm ein großes Anliegen, seine Schüler, Studenten und Vikare zum selbstständigen Lesen der Heiligen Schrift anzuleiten. Dabei ist er nicht gerade mit der Bibel aufgewachsen. Aus einem Brief an eine Freundin, Elisabeth Zinn, vom Januar 1936 kann man schließen, dass Bonhoeffer erst Anfang der 30er-Jahre die Bibel und insbesondere die Bergpredigt für sein persönliches geistliches Leben als wegweisend und befreiend entdeckt hat. Markant für seinen Umgang mit der Bibel wurde nun, dass man sich wirklich auf sie einlassen und ihrer Autorität unterstellen müsse, damit sie ihre Wirkung entfalten kann. Genau genommen legt dann nicht der Leser die Bibel aus, sondern die Heilige Schrift legt ihn aus. An seinen Schwager Rüdiger Schleicher schreibt er im April 1936: „Nur wenn wir es einmal wagten, uns so auf die Bibel einzulassen, als redete hier wirklich der Gott zu uns, der uns liebt und uns mit unseren Fragen nicht allein lassen will, werden wir an der Bibel froh.“ (DBW 14,145) Mit all dem steht Bonhoeffer nahe bei Martin Luther und der Reformation, die er im Kern als eine Bibelbewegung verstand und hoch schätzte.

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      »Greife ich zur Bibel mit einem Vertrauensvorschuss? Bin ich bereit, mich auf sie einzulassen und Heilsames zu erwarten?

      »Welche Erfahrungen habe ich bisher mit dem Lesen der Bibel gemacht?

      »Wie könnte ich andere zum selbstständigen Lesen ermutigen und ihnen helfen?

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      »Ich danke für die Bibel, mit der uns Gott seinen Willen und sein Wesen zeigt.

      »Ich bitte um Demut, mich der Heiligen Schrift demütig auszusetzen.

      »Ich bitte darum, dass Gott mich auch sperrige Bibelstellen richtig verstehen lässt.

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