HIMMEL, HÖLLE ODER HOUSTON. Thom Erb

HIMMEL, HÖLLE ODER HOUSTON - Thom Erb


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Schlage dieser dreckigen Bezirksstaatsanwältin, die mitgeholfen hatte, ihn wegen seiner sechs Morde erneut in Oklahoma einzubuchten.

      Diese zwei Hurensöhne würden deshalb nun langsam und qualvoll sterben. Dieser finstere Schwur war das Einzige gewesen, was den ruchlosen Killer Tag für höllischen Tag im Bau am Leben gehalten hatte.

      »Die Kröte ist aber schwer zu finden. Wir haben schon etwas Kohle lockergemacht und so herausgefunden, dass er irgendwo in Houston wohnt, aber das war’s dann vorerst auch schon mit den Infos. Trotzdem konnten wir ihn irgendwann aufspüren. Das wird dir gefallen, hombre.« Manny kicherte und stieß mit jedem Husten weißen Qualm aus. »Er wird bald heiraten und hat mittlerweile ein Kind.« Dem jungen Kerl hingen die zotteligen Haare fast in den blutunterlaufenen Augen.

      »Oh nein, das ist nicht wahr«, meinte Isandro lachend und packte den Kopf des Mädchens noch fester. Er nippte abermals an der Flasche und schaute dann durch die Scheibe, gegen die unentwegt der Regen prasselte, hinaus.

      »Ich verarsche dich nicht, und du errätst niemals, wer die Alte ist, die er heiraten will.« Manny zog genüsslich an seinem Joint und nickte dann mit einem bekifften Grinsen, das breiter war als von einem Ohr zum anderen.

      »Wer?« Isandro rieb den Kopf des Mädchens, während sie es ihm weiter mit dem Mund besorgen musste. Er ignorierte ihr Schluchzen und Winseln um Gnade mit einem fiesen Lächeln und zog sie an den Haaren zurück.

      Nun lachten Manny und die anderen lautstark. »Die Santana-Fotze, esé

      »Das klingt ja fast wie Musik in meinen Ohren«, entgegnete Isandro mit einem kühlen Tonfall.

      Der Rest der Crew nickte und lächelte dem Anführer zu.

      »McCutcheon und die Anwaltsschlampe geben sich gegenseitig das Jawort, echt?« Er drückte den Kopf des Mädchens noch fester hinunter auf seinen Schwanz und lachte dabei so bellend laut, dass es alle in dem Cadillac mit der Angst zu tun bekamen.

      »Stimmt, Bruder«, bekräftigte Hector zögerlich vom Fahrersitz aus. Die anderen stimmten mit ein, woraufhin ein raues Lachen im Wagen losbrach, begleitet von Rufen nach mehr zum Saufen und grausamer blutiger Rache.

      »Conchetumare

      Isandro schlug gegen den Hinterkopf der Weißen, die ihm gerade die Flötentöne beibrachte. »Pass gefälligst auf, was du da mit deinen Dreckszähnen machst, puta.« Er heulte auf, wobei der stinkende Joint aus seinem Mund fiel.

      Das entsetzliche Gejammer und das Flehen um Beistand des Mädchens blieb weiterhin unbeachtet, außer dass Isandro es ab und zu mit einem teuflischen Grinsen quittierte. Er starrte die am ganzen Körper Zitternde mit kalten schwarzen Augen an, bevor er seinen Kopf in abgründiger Neugierde zur Seite neigte.

      »Ich habe dir nicht gesagt, dass du aufhören sollst. Lutsch gefälligst meinen Schwanz oder das hier.« Er schob ihr den Lauf einer .357er in den bebenden Mund. In dem geschlossenen Cabriolet dröhnte es daraufhin vor alkohol- und drogenschwangerem Gegröle, als dem entgeisterten Mädchen, das laut College-Ausweis zwanzig Jahre alt war, aber eher aussah, als sei es keinen Tag älter als sechzehn, wenn es hochkam, die dicke Kanone am Gaumen kitzelte. Das gefiel Isandro; schnell führte er seinen Penis wieder in ihren blutenden Mund, und dann dienten ihre Tränen gewissermaßen als Schmiermittel für den Blowjob.

      »Seht ihr? Man muss nur wissen, wie man mit diesen putas umzuspringen hat.« Er zerrte wieder an den Haaren des Mädchens und lachte laut, während es wimmerte. Noch einmal sprach er seinem Tequila zu, bevor er die Flasche über dem Schopf der Weinenden auskippte. Das Lachen wurde nun noch lauter. Die vorangegangenen zweiundsiebzig Stunden waren wirklich lang gewesen; sie hatten viel Blut vergossen und zahlreiche Leben genommen, doch Isandro lebte genau dafür. Je mehr Chaos und Verwüstung er heraufbeschwor, desto steifer wurde sein Schwanz, und desto abgründiger wurden seine Sehnsüchte. Die grausame Spur seines Blutbads hatte in McAlester in Oklahoma begonnen, wurde aber immer extremer und brutaler, je weiter sein Zirkus des drogeninduzierten Wahnsinns reiste.

      »Kannst du dieses Mal ein bisschen was von dieser geilen Schnecke für mich übrig lassen, Issie?«, bat ihn Cahill vom Vordersitz aus.

      Der Boss schaute den Kerl böse an. »Warte gefälligst, bis du an der Reihe bist, Pisser. Außerdem ist sie viel zu gut, um eine Teigfresse wie dich ranzulassen.«

      »Ach, Mensch … scheiße.« Speichel tropfte von Cahills herabhängender Unterlippe auf den Ledersitz, während er an dem zu kurz geratenen Wurm in seiner abgewetzten, blutbesudelten Jeans rieb.

      »Den Mist kannst du für dich behalten, Mann«, knurrte Isandro und versuchte nun den Jungen einfach zu ignorieren.

      Die Nacht zog vorüber, wie ein Film im schnellen Vorlauf, als der wütende Mexikaner seine Ladung in den Mund der verstörten Teenagerin feuerte. Dann stieß er sie nach vorne zu seinem ungeduldigen Lakaien und wischte seinen Prügel an ihren Haaren ab. Während er ihn zurück in seine Hose packte, trank er erneut aus der Flasche. Ihm gehörte jetzt endlich wieder die Welt, und er hatte vor, ihr mit Gewalt zu entreißen, was er konnte. Aus dem Knast zu türmen war nicht leicht gewesen. Gehörte man erst einmal zu einer der mächtigsten Banden im ganzen Land, wenn nicht sogar auf der ganzen Welt, konnte man mit solchen Untaten allerdings davonkommen.

      Isandro hatte längst aufgehört, die verstümmelten Leichen zu zählen, die seinen Weg pflasterten. Das spielte für ihn sowieso keine Rolle. Neun harte Jahre lang hatte er mit nur einem einzigen Gedanken in seiner Zelle in Oklahoma gesessen … nun ja, vielleicht doch mehr als nur einem; immerhin konnte man nur begrenzt vögeln und saufen. Nein, sein Ziel lautete Mexiko. Denn dort lebte seine Familie und wartete auf ihn. Er hatte so gut wie gar nicht mitbekommen, wie seine Kids aufgewachsen waren, und wollte deshalb nicht noch mehr Zeit vergeuden. Ihm war egal, wie viele Cops oder Unschuldige er dafür beseitigen musste, um dorthin zu gelangen. Er würde die Dinge einfach so nehmen, wie sie sich ergaben …

      Freiheit.

      Jedermanns Sündenbock zu sein, ging ihm gehörig auf den Geist. Er hatte damals den Kopf für seine Crew hingehalten und war stolz darauf. Unten in Mexiko gab es viel zu viele Weicheier, die den Laden schmeißen wollten. Sie alle brauchten einen gehörigen Tritt in den Arsch. Falls dieser keine Wirkung zeigen sollte, würde eine Kugel in den Kopf diese pendejos garantiert verdammt schnell zur Räson bringen. Isandro schluckte weiter Tequila, während er dabei zuschaute, wie sich der nervöse Yankee-Knabe und Manny das junge, weiße Mädchen abwechselnd vornahmen. Dass sie dabei mit speichel- und blutverschmiertem Mund unaufhörlich um Hilfe rief, brachte ihn zum Lachen. Davon wurde automatisch sein Schwanz wieder aktiv, weshalb er in Erwägung zog, in ihr noch ein letztes Mal in den Arsch zu stecken. Da er aber auf einmal einen Harndrang verspürte, erübrigte sich dieser Wunsch.

      »Hector, halt mal kurz an, ich muss pissen«, befahl er.

      »Klar, el hermano.« Sein Zwillingsbruder hinter dem Lenkrad nickte.

      Der alte Cadillac bog daraufhin im strömenden Regen hinter einem geschlossenen McDonald’s von der Straße ab. Dampf stieg vom heißen Pflaster auf, wie von einem Steak, das auf einem Grill brutzelte. Der Mond war nur schwach erkennbar und leuchtete in einem fahlen Gelb, als der große Wagen hinter einem überfüllten Müllcontainer anhielt. Dudelnde Mariachi-Musik hallte von den roten, gelben und weißen Ziegelsteinen des Fast-Food-Restaurants sowie von dem Metallbehälter wider. Als Isandro hinten ausstieg und torkelnd losging, hielt er seinen Steifen in einer Hand und seinen geladenen Revolver in der anderen. Er sah aus, als sei er bereit, beide sofort zu benutzen.

      Er fand nun eine Stelle, um sich zu erleichtern und ein bisschen Abstand von den rammelnden Wildschweinen im Cadillac zu nehmen. Während er sich gegen den verrosteten, blauen Container lehnte, schien sogar sein Urin wütend aus ihm hervorzuschießen. In seiner Kindheit auf der Straße hatte er den alten Frauen im Ort immer gerne geholfen, doch wurde man mehrmals von vermeintlichen Familienmitgliedern niedergestochen und angeschossen, lernte man verteufelt schnell, dass Vertrauenswürdigkeit offenbar eine sehr seltene Tugend ist. Genau diese Einstellung hatte letzten Endes dazu beigetragen, ihn von Oklahoma auf diesen beschissenen regengefluteten Parkplatz zu führen, wo überall


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