Litersum - Musenfluch. Lisa Rosenbecker
wir hier.« Er fuhr mit den Fingern über die Drehscheiben und positionierte sie neu. Dabei berührten seine Finger ihre Haut. Lauren wurde regungslos, ihre Wangen röteten sich. George bekam das nicht mit oder ließ es sich jedenfalls nicht anmerken. Er zog die Hände zurück, als er neue Symbole auf dem Gegenstand eingestellt hatte. Doch nichts passierte. Wie gebannt starrten wir auf die Flüssigkeit, die sich nicht regte.
»So wie es sein soll«, murmelte Noah. Mir dämmerte, wieso sie hier waren. Wieso sie Laurens Hilfe brauchten und wozu das magische Ding gut sein sollte.
»Ihr wollt sie mit ins Litersum nehmen und testen, ob man ihre Aura dort auslesen kann. Und gegebenenfalls auch verfolgen.«
Noah nickte mir anerkennend zu. »Richtig. Das hier ist ein Prototyp, den Malou gemeinsam mit Mnemosyne und Mrs Badham, der Bibliothekarin der Londoner ZwiBi, entwickelt hat. Er soll beim Aufspüren von Buchcharakteren in der echten Welt helfen. Nachdem wir gestern über die Auren gesprochen haben, ist mir wieder eingefallen, dass an so etwas gearbeitet wird. Und ich dachte mir, vielleicht kann man es auch andersherum nutzen. Um Menschen im Litersum zu finden.«
Breit grinsend klopfte George ihm auf die Schulter. »Ist eben ein Erfinder, der Gute.«
Noah rollte mit den Augen, aber einer seiner Mundwinkel zuckte verdächtig.
»Die Musen stehen bestimmt bei dir Schlange, um an eine Idee von dir zu kommen, oder?« Lauren kicherte und wurde dann rot. »Oh … ähm. Also das sollte jetzt nicht irgendwie zweideutig klingen oder so.« Hilfe suchend sah sie zu mir.
Ich hob abwehrend die Hände. »Ich habe keine Ahnung, wie das läuft. Sorry.« Schmunzelnd blickte ich zu Noah, weil ich gegen meinen Willen neugierig war, ob das der Wahrheit entsprach. Seine Lippen waren zusammengepresst, die sonst so schönen Augen schimmerten unheilvoll. Jeglicher Kommentar blieb mir angesichts des finsteren Ausdrucks im Hals stecken.
»Alle Musen sind Diebinnen, auf die eine oder andere Art«, presste er hervor. Bevor jemand weitere Fragen stellen konnte, hatte er sich umgedreht und lief Richtung Ausgang. »Wir sollten gehen, jede Minute zählt. George, du nimmst Lauren, wir treffen uns im Hauptquartier«, befahl er seinem Kollegen. Wenige Augenblicke später erreichte er die Ladentür, zog sie ohne Umschweife auf und war in der nächsten Sekunde verschwunden. Total perplex verharrten wir an Ort und Stelle. Er hatte uns einfach stehen lassen. George schüttelte den Kopf. »Im einen Moment ist er so schlau, im nächsten vergisst er jegliche Gesetzmäßigkeiten«, murmelte George und nahm Lauren das magische Ding ab. »Ich kann Lauren nicht mitnehmen. Ich selbst kann ja nicht mal ohne Hilfe ins Litersum zurück, wenn ich ohne Ticket unterwegs bin. Vorerst bin ich für meine Arbeit bei der Taskforce noch auf Noah angewiesen, bis eine andere Lösung gefunden wurde.« Er griff in seine Jackentasche und zog ein Handy hervor. Lauren sah fragend zu mir.
»Ich kann euch mitnehmen«, warf ich ein und George ließ das Handy sinken. »Ich werde Lauren ins Litersum bringen. Und später wieder nach Hause. Sie geht mit mir rein und auch mit mir wieder raus.« Ich trat an die Seite meiner Freundin und sie lächelte mich dankbar an. Ich hätte sie ohnehin nicht der halben Boyband überlassen. Meinetwegen steckte sie überhaupt hier mit drin, also würde ich mich auch darum kümmern, dass ihr nichts passierte. Ein Nicken war die einzige Antwort. Ich öffnete die Tür und wir folgten George in den Knotenpunkt.
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